FRIEDENSRAT BEKENNT FARBE:
"Der rote Schandfleck muß weg!"

Ratssprecher Putin: "Endlösung der Belmsk-Frage"
Plexregierung einstimmig für "Räumung"
Haftbefehle gegen "Rädelsführer" der RVA

(hc) Auf der heutigen Pressekonferenz des Friedensrates wurde offenbar nur noch das medienwirksam verkündet, was wohl schon vor Beginn der Sommerpause längst beschlossene Sache war: Die Tage des "Bezirksdistrikts" Belm-Schinkel der Roten Volksarmee (RVA) sollen nach einstimmigem Beschluß der Plexregierung schon alsbald der Vergangenheit angehören. Mit scharfen Worten erklärte Ratssprecher Putin die "Räumung des Distrikts Belm-Schinkel von terroristischen Elementen und die endgültige Wiederherstellung der Ordnung binnen 30 Tagen" und stellte eine Liste mit über 500 Personen vor, gegen die als "Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung" schon im vergangenen Juli Haftbefehle ergangen waren. Laut Putin spielte die Kritik an den Kosten der seit September 2103 durchgeführten Blockade des Roten Distrikts (RUNNER'S RESORT berichtete) bei der Entscheidung des Friedensrats nur eine "eher untergeordnete Rolle". Auch ein zeitlicher Zusammenhang mit der erst kürzlichen Wahl des Friedensrats (RUNNER'S RESORT berichtete) bestehe nach den Worten der Leiterin der Innenbehörde, Franziska Wieselmann, angeblich keinesfalls. Wichtig sei doch nur, daß "in der Friedensstadt endlich wieder Frieden einkehren" müsse.

Zwei Gangster haben sich nun an die Spitze all derer gestellt, denen die Belmsk-Blockade schon immer nicht weit genug ging und die einen Sturm auf den Roten Distrikt allein aus rein taktischen Erwägungen auf einen Zeitpunkt nach der Wahl legen wollten. Jetzt haben sie ihr Ziel erreicht. Das Ende der RVA-Exklave ist nun besiegelt. Und die unvermeidlichen neuen Leiden der bald "befreiten" Belmsker werden bei der nächsten Wahl in vier Jahren sicher längst vergessen sein. Erschreckend ist dabei nicht nur die erneute Einigkeit der Osnabrücker Unterweltkoalition mit der lokalen Polit-Elite der Nordwest-Union (NWU) und den Interessen der im Plex ansässigen Konzerne, sondern vielmehr die Tatsache, daß fast alle "Einstimmigen" ihre privaten Interessen unter dem Deckmantel der Legalität und mit den Steuergeldern der Osnabrücker Bürger ganz öffentlich und ungeniert verfolgen können. Selbst der einzige wirklich integre Friedensrat Heinrich Ossendorf ist auf diesen Zug aufgesprungen. Auch wenn der "Eiserne Heinrich" schon lange und deutlich vor der Wahl als Befürworter einer Räumung galt, erteilt er mit seiner Zustimmung und dem Prädikat der Einstimmigkeit den Privatkriegern aus Russenmafia, Cosa Nostra, Koyoten und Konzernen jetzt seinen ungewollten Segen. Deren Ziele sind klar: Sie wollen "ihr" Belm-Schinkel zurück bekommen und dort wieder ungestört Geschäfte nach eigenen Regeln machen können. Insofern hat Putin mit seiner Ankündigung der "Wiederherstellung der Ordnung" nicht einmal wirklich gelogen. Er meint eben nur seine eigene. Und auch erstaunlich viele Namen auf der präsentierten Haftliste gehören keineswegs nur angeblich mutmaßlichen "Rädelsführern der RVA", sondern schlicht alten Konkurrenten von Putin, Bonnano und Wheazle: Neben Überläufern ihrer eigenen Organisationen tauchen dort in der Schattenszene so prominente Namen wie Gernot "Frog" Finstermann, Tomas "Hack" Lundmark und Stephan "Styx" Tyxen auf.

Im eingeschlossenen Belm-Schinkel scheint die Ankündigung der "Räumung" derweil die intendierte Wirkung nicht verfehlt zu haben. Schon kurz nach Ausstrahlung der Pressekonferenz wurden innerhalb der Blockade vermehrt Schüsse abgegeben und an drei Stellen stiegen deutlich sichtbare Rauchsäulen auf. Die arg fragile Notstandsordnung der RVA bekommt schon jetzt erkennbare Risse und in den kommenden Tagen bzw. eher Wochen werden die Unruhen sicherlich noch weiter zunehmen und das Rote Regime bis zur vom Friedensrat erwünschten Sturmreife destabilisieren. Wenn sich zum Hunger und zum Durst noch genug Angst vor dem Sturm und vielleicht sogar aktiver Widerstand gegen die RVA gesellt haben. Die zusätzlichen Opfer dieser Strategie werden dabei offenbar wieder einmal billigend in Kauf genommen. Über das Schicksal von mehr als 300.000 Menschen bestimmen tatsächlich allein Gangster mit Gangstermethoden. Von den RVA-Terroristen unterscheiden sie sich mit ihrem eigenen Terror eigentlich nur noch formal vor dem Gesetz, das sie sich jetzt aber ganz legal selbst machen können. Eben der neue Frieden in der schönen neuen Friedensstadt.

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